Dies ist keine Rezension, und warum nicht, kann nachgelesen werden in Nicolai Hannigs und Hiram Kümpers übersichtlichem und praxisorientierten Arbeitsbuch „Rezensionen. finden- verstehen – schreiben“.

Die Autoren stellen unterschiedliche Varianten der Textgattung Rezension vor. Ihr Fokus liegt auf wissenschaftlichen Rezensionen im wissenschaftlichen Kontext; Buchbesprechungen im Feuilleton stehen hier nicht im Zentrum. Sie geben Aufbau- und Formulierungsvorschläge und Recherchetipps und empfehlen Arbeitsformen:

Was kann die Lektüre von Rezensionen im Studium leisten? – Orientierung in einem Themenfeld und auf dem Buchmarkt sowie eine erste Einordnung der Literatur, die Sie für ein Referat oder eine Hausarbeit benötigen.

Was leistet die Veröffentlichung von Rezensionen? – Qualitätssicherung mittels Kritik, Würdigung von Arbeiten, Herstellen von Öffentlichkeit für wissenschaftliche Arbeitsergebnisse.

Und was kann Ihnen das Schreiben von Rezensionen bringen? – Sie üben wissenschaftliche Präsentation und wissenschaftliche Kritik. In diesem Buch finden Sie klare Anleitungen und praktische Hinweise dazu (wunderbar zusammengefasst für alle eiligen Leser auf den Seiten 125-130, und noch wunderbarer ausgeführt auf den 50 Seiten davor).

Ein typisches Werk für die Brotgelehrten, die nur schnell konsumieren wollen, wie sie ein Produkt erstellen, ohne zu reflektieren, was sie dort aus welchem Herkommen tun? Nein: Die Autoren haben eine knappe Geschichte des Rezensionswesens aufbereitet und geben Einblick in die Kulturen der gegenwärtigen Rezensionslandschaft, einschließlich einer Abwägung der Merkmale analoger und digitaler Buchbesprechungen und Annotationen. Tipps für das Autorenhandwerk, Lektüre und Links begleiten den Text in Sonderfeldern. Lehrende erhalten Anregungen, wie die Rezension als Metanarration sinnvoll in die schulische und universitäre Lehre eingebunden werden kann.

Hannig, Nicolai / Kümper, Hiram: Rezensionen. finden – verstehen – schreiben, Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2012, 159 S., 12,90€