Die Buchmesse in Frankfurt am Main wirft ihre Schatten voraus und ist für uns nicht nur als zugleich professionelle und dilettantische Leser ein Magnet, sondern auch für viele von uns, die sich wünschen, später einmal „irgendetwas mit Büchern“ zu machen. Dass dies nichts mit einem ruhigen, beschaulichen Leben in der Lektüre spannender Manuskripte zu tun hat, zeigt der Klick auf die Homepage: Diese illustriert, wie crossmedial das Buchgeschäft derzeit ist, mit Youtube-Kanal, Blogs, kostenlosen und kostenpflichtigen E-Books, interaktivem Hallenplan und vielem mehr. Falls Sie sich also nicht ins Getümmel stürzen wollen, können Sie sich gut und gern einen ganzen Tag mit dem online-Angebot der Messe aufhalten, und sollten Sie doch schneller fertig sein, machen Sie beim Veranstalter, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, einfach weiter.

Sie sehen dort, dass neue und alte Medien nicht nur nebeneinander stehen oder das Neue das Alte vielleicht ablöst, zurückdrängt oder sonstwie bedroht, sondern auch, wie die sozialen, kommunikativen und technischen Aspekte der Medien ineinandergreifen. Das „Ende der Gutenberggalaxis“ scheint erreicht, auch wenn dies nicht das Ende des Buchs bedeutet, sondern eben das der Alleinstellung des analogen, materiellen Lesens und den Aufzug neuer Kulturtechniken.

Dies hat Folgen für die Berufsfelder rund um das Buch: Es werden mehr, sie haben häufig betriebswirtschaftliche und/oder technische Aufgabenfelder hinzugewonnen, die Organisationsstruktur diversifiziert sich. Lektoren im Verlag etwa arbeiten verstärkt wie Projektmanager, das eigentliche Lektorat, die Zusammenarbeit mit Autoren und die Talentsuche leisten Ausgründungen, freie Lektoren oder Selbstständige als Literaturagenturen – damit erweitern sich Ihre Möglichkeiten, einen Einstieg in das Arbeitsfeld „Buch“ zu finden – was bei den geringen Praktikazahlen im Verlagswesen schwierig war -, jedoch ist es eine Herausforderung, sich in diesem Arbeitsfeld zu orientieren. Sie können sich fragen, was Sie am Buch fasziniert und was Sie gern machen würden – die Herstellung? Das Lektorat? Die Vermarktung? Der kreative Teil – Schreiben? Die Entwicklung im Bereich E-Book? Urheberrecht bzw. Rechte insgesamt? Übersetzungen? Vermittlung zwischen Autoren und Verlagen bzw. Publishing on Demand? Das Korrektorat? Verkauf?

Die angegebenen Seiten der Messe und des Börsenvereins erlauben einen Blick in die Vielfalt der Branche. Darüber hinaus lohnen auch folgende Seiten für einen ersten Eindruck sowie eine Suchmaschinenanfrage nach „Literaturagentur“.

Internationales Online-Journal zum Verlagswesen: http://publishingperspectives.com

Verband der freien Lektorinnen und Lektoren e.V.

Beispiele für Literaturagenturen, teils mit Betonung auf Lektorat/ Text/ Kultur, teils mit Fokus auf Dienstleistung/ Wirtschaft:

http://www.erzaehlperspektive.de

http://www.litev.com/index.php

http://www.literatur-agentur-tuebingen.de/