Kulturtourismus hat Konjunktur – in der Wirtschaft ebenso wie in der Forschung. So wies mich Prof. Dr. Valentin Groebner (Uni Luzern) darauf hin, dass er nächstes Jahr ein neues Forschungsprojekt starte: „Was macht der Tourismus mit der Vergangenheit?“ Auf seiner Website werde es in den kommenden Wochen weitere Materialien zu diesem Projekt geben. Bereits jetzt finden Sie dort elektronische pre-prints zum touristischen Gechichtsgebrauch – bitte beachten Sie das fair use, wenn Sie aus den Texten zitieren möchten. Groebner verfasste zudem einen Beitrag zum fundierten und unterhaltsamen Sammelband

Thomas Steinfeld: Die Zukunft des Reisens, Frankfurt am Main 2012

Vielen Dank für diese Hinweise!

Gleichfalls über die Forschung näherte ich mich dem Kulturtourismus in Ostwestfalen – eine Region, die mit den relativ nahen „Kulturzentren“ Köln und Düsseldorf sowie dem Ruhrgebiet um Touristen konkurriert. Zugleich muss dort ein anderes touristisches Konzept greifen, da Ostwestfalen nicht urban, sondern ländlich geprägt ist und entsprechende Infrastrukturschwächen kompensieren muss: Versuchen Sie mal, mit dem ÖPNV zum Landesmuseum für Klosterkultur nach Lichtenau-Dalheim zu kommen –  und am gleichen Tag wieder nach Hause. Prof. Dr. Albrecht Steinecke (Uni Paderborn) forscht zum Kulturtourismus, auf seiner Website finden Sie Literaturhinweise, die nicht nur auf Forschungsliteratur verweisen, sondern auch Presseartikel. Angekündigt für Ende diesen Monats ist

Albrecht Steinecke: Management und Marketing im Kulturtourismus. Basiswissen – Praxisbeispiele – Checklisten, Heidelberg 2012

Über den Link können Sie Voransichten der Kapitel herunterladen.

Natürlich können Sie auch gezielt Kulturtourismus studieren, etwa MA Management im Kulturtourismus am Baltic College Schwerin, für das Sie auch mit einem guten BA-Abschluss aus einer kulturwissenschaftlichen Disziplin zugelassen werden können. Laut Beschreibung auf der Website eröffnen sich Tätigkeiten bei Tourismus-Marketing-Organisationen, Stadt- und City-Marketinggesellschaften, Fremdenverkehrsämtern, Kulturämtern, Reiseveranstaltern, Planungsbüros, Kultur-, Freizeit und Tourismusforschungsinstituten, Event-Agenturen, Messe- und Kongressveranstaltern, Festival-Veranstalter wie Fachverlage und Medien. Neben dem Baltic College Schwerin gibt es weitere Unis und FHs, die Studiengänge im Bereich Kulturtourismus anbieten; suchen Sie z. B. über die Studiengangssuche mit der ZEIT.

Doch ehe Sie bangen, ob es Sie für diese Ihre Traumtätigkeit aus Stuttgart nach Schwerin verschlagen muss, absolvieren Sie besser Praktika – das Angebot ist umfassender, als ich dachte, etwa auf der gut nach Branchen sortierten Praktikumsbörse der kulturwissenschaftlichen Fakultät, Uni Paderborn – hier führt der Link direkt zu den Tourismus-Stellen. Auf der (nicht so gut sortierten) Seite der Praktikumsbörse der Uni Stuttgart müssen Sie mal selbst schauen, ob etwas Geeignetes dabei ist – jeder Schwabe wird verstehen, dass mir die Zeit zur Detailrecherche zu goschtbar ist. Dr. Lena Krull verwies mich auf die inzwischen zentral adminstrierte Job- und Praktikumsbörse der Uni Münster, wo Sie nicht, wie in Paderborn, nach Branchen wählen, sondern nach Qualifkationsmerkmalen der Stelle (Praktikum, Traineestelle, Job, Karriereevent, Praxisprojekt etc.). Falls hier keine Angebote für Ihre Region stehen, haben Sie jedoch einen Anhaltspunkt, wonach Sie suchen können, sowohl in den Praktikumsbörsen Ihrer Uni als auch in den Gelben Seiten Ihrer Region.

Weiterlesen können Sie auch im Blogeintrag Reisen vom 1.Oktober.