Heute entdeckte ich die Histo-Couch, ein online-Magazin, das über historische Romane berichtet.

Als ernsthafte Wissenschaftlerin betrachte ich das Genre natürlich sehr skeptisch, wenn ich überhaupt mein gelehrtes Haupt in die Niederungen der Unterhaltungsliteratur neige. Selbstverständlich kann ich als Lehrende haarsträubende Anekdoten beisteuern, etwa ein Referat, dessen ausschließliche Quelle Donna W. Cross: „Die Päpstin“ war.

Aber ich wäre nicht brotgelehrt, versuchte ich nicht, auch in der Unterhaltung eine Möglichkeit zur beruflichen Verwirklichung zu sehen. Im Team von Histo-Couch sind nicht viele Historiker: Unter den insgesamt 17 Teammitgliedern sind es drei Redakteure, davon ein Gast. Jener ist Michael Drewniok, ein akademisch ausgewiesener Historiker. Weitere Bildungswege der Mitarbeiter und Gäste führten – es liegt nahe –  durch Journalismus, Germanistik und Anglistik.

Falls Sie ähnliches anstreben wäre folglich eine Weiterbildung oder Autodidaktik im Bereich (online)Journalismus sinnvoll. Beginnen Sie bereits während des Studiums mit dem Verfassen von Rezensionen (Wie? Es gibt ein hilfreiches Büchlein, siehe den Blogbeitrag Rezensionen). Erste Erfahrungen können Sie z. B. auch als Historischer Testleser beim Verlag Droemer Knaur sammeln.

Natürlich können Sie versuchen, Ihr Brot auch damit verdienen, historische Romane zu schreiben. Die DSFopedia des Deutschen Schriftstellerforum bietet eine Definition, was ein historischer Roman überhaupt sei. Als weitere Orientierung fand ich den Autorenkreis Quo vadis hilfreich, der neben Vernetzung z. B. auch Werkstattgespräche bietet (am 30.11.2012 in Köln etwa „Wie kommt die Geschichte in die Geschichten?“). Die Belletristik ist nach wie vor die stärkste Sparte im deutschen Buchhandel, historische Romane sind immer noch in Mode. Dennoch sei gewarnt: Sie müssen als Autor einige Jahre in Vorleistung treten, ehe Sie mit Ihren Büchern Geld verdienen können. Und auch, wenn das Publikum Sie mag und ein Verlag Sie in sein Programm aufnimmt, bekommen Sie zunächst vermutlich nur ein übliches Autorenhonorar von 10 Prozent vom Nettopreis pro verkauftem Exemplar. Garantiehonorare oder lukrative Lesungen müssen Sie sich erarbeiten.

Dennoch ist es sicherlich ein schöner Beruf, Romane zu schreiben. Falls Sie ihn anstreben, könnten sinnvolle Vorbereitungen während des Studiums sein: Viele historische Romane lesen, anfangen, zu schreiben und Möglichkeiten zur Veröffentlichung suchen, Schreiben über Workshops professionalisieren, Fachkenntnisse zu „ihrem“ Romanthema erwerben und zu ihm weiter recherchieren, Buchmessen besuchen bzw. Berichte darüber lesen, um Daten über den „Markt“ zu sammeln, Lesungen besuchen und mit anderen Autoren in Kontakt treten.
Ja, das wäre ganz schön viel neben dem Studium. Aber: Heute las ich eine Absolventenstudie der Uni Stuttgart. Die Mehrzahl derjenigen, die nach dem Bachelorabschluss eine Stelle gefunden haben (38 Prozent), fanden diese über Nebentätigkeiten während des Studiums (S. 32).

Projekt Historischer Roman Universität Innsbruck

Tempus vivit – Forum für historisches Re-Enactment,
Living History, historische Darstellungsformen