Die Studentin Charlotte Jahnz bloggt auf gab_log über des Einsatz digitaler Arbeitsmethoden im Geschichtsstudium – bzw. das breite Spektrum von der Verwendung analoger Medien mit ausgesprochen langer Tradition über die technische Unterstützung der Lehre aus den 1970er Jahren bis zu Learning Management Systemen und Tableteinsatz. Ich fand den Beitrag wichtig, weil er nicht nur zeigt, wie weit die gefühlte absolute Digitalisierung und häufig analoge Lernpraxis noch voneinander entfernt sind, wie unstimmig also dieses Bild ist. Jahnz verweist auch auf das Problem, dass digitale Arbeitstechniken und Medienkompetenz zu Schlüsselqualifikationen der Berufe von GeisteswissenschaftlerInnen zählen, die jedoch im Studium selbst nicht umfassend eingeübt werden.  Damit verweist sie auf eine große Herausforderung in der Fachlehre, die Arbeitsmarktkompetenzen vermitteln will: Wie können wir Schlüsselqualifikationen so lehren bzw. lernen, dass die Fachinhalte nicht zu kurz kommen? – Wohl zunächst durch Einübung unter Rückgriff auf vorwissenschaftliche Medienpraktiken, anschließend über die Reflexion und den Transfer nach wissenschaftlichen Standards .

Zum Artikel: http://gab.hypotheses.org/684

In einem analogen Medium mit >500 Jahren Tradition: Martin Gasteiner/ Peter Haber (Hg.): Digitale Arbeitstechniken für die Geistes- und Kulturwissenschaften, Köln u.a. 2010

In einem digitalen Medium u.a. Jan Hodel/ Peter Haber: http://hist.net/

[update 3.9.2013]: Nicht als Blog, sondern als Versuch, andere Formen der Repräsentation wissenschaftlicher Arbeit zu finden, ist die Reihe „Max meets Lisa“ einzuschätzen. Die Max Weber Stiftung führt gemeinsam mit der Gerda Henkel Stiftung Videogespräche, die unter dem Titel Welt im Wandel – Geisteswissenschaftler, wo sind Eure Antworten? abgerufen werden können.

[update 31.10.2013]: Charlotte Jahnz: Welche Berufsperspektiven bietet das Netz für Geisteswissenschaftler?, Link