Am vergangenen Donnerstag war ich zu der Podiumsdiskussion „Schluss machen. Abschluss der Promotion und die Zeit danach“ des Graduiertenforum Kulturwissenschaften an der Uni Paderborn eingeladen. Mir geht seither ein Nebensatz Daniela Kemnas nicht aus dem Sinn:

„Natürlich ist es schön, eine unbefristete Stelle zu haben, aber der Motivation zur Wahl meiner Studienfächer entspricht diese Tätigkeit nicht.“

Ich war irritiert, denn ich erwartete eher eine Aussage zu den Kompetenzen, die ihr die Ausübung ihrer fachfremden Tätigkeit erlauben. Immerhin richtet sich unser Blick verstärkt  darauf – was natürlich auch die Übernahme von Vokabular, Wertsystem und Deutungshoheiten des Arbeitsmarktes bedeutet. Manchem mag es unangemessen fordernd erscheinen, bei der vermeintlich schlechten Jobsituation auch noch die Motivation, die zu einem schwer zu validierenden Fach führte, für den Beruf zu beanspruchen. Doch es ist unabdingbar, suchen wir nach Berufen für Geisteswissenschaftlerinnen. Erst im Bezugsdreieck von (arbeitsmarktrelevanten) Kompetenzen, (persönlicher) Motivation und (ausbildungsbezogener) Qualifikation kann folglich ein berufliches Profil entstehen.