Zu Limerick fällt Ihnen als Mensch des Geistes bestimmt erstmal etwas anderes ein, there was a lady from Riga usw. Ich habe auch schon mal einen geschrieben, und zwar ebendort. Daher freute ich mich nun über diesen Anknüpfungspunkt als ich heute die Ankündigung für einen neuen Masterstudiengang  Irish-German Studies am Zentrum für deutsch-irische Studien, University of Limerick las. Das Programm umfasst drei Semester (aufgrund der Einteilung in Herbst-, Frühjahr- und Sommersemester also ein Jahr), von denen eines in Irland und eines an einer Partneruniversität (Berlin, Jena, Lüneburg, Wien oder Bern) absolviert wird. Der Studiengang ist kostenpflichtig; es sind Stipendien ausgeschrieben.

Flyer mit Kurzporträt des Studiengangs inkl. Kontaktperson und Zulassungsvoraussetzungen

Website des Studiengangs

Vielleicht überlegen Sie nun, was Ihnen ein solcher Studiengang für Ihre „Employability“ bringen soll. Im Flyer gibt es eine erste Antwort: „Opportunities include international positions in the fields of culture, tourism, business, politics and education. The programme also provides a sound basis for doctoral research.“ Falls Sie sich fragen, ob es genügend deutsch-irische Transfers gab, um daraus einen Studiengang zu gestalten, mögen die Stichworte irische Mission, Kooperation mit dem NS, Parallelen IRA-RAF und Heinrich Böll Ihnen ein assoziativer Anfang sein.

Natürlich ist die internationale Erfahrung ein persönlicher Gewinn, deren konkrete Vorteile für den Beruf sich schwer benennen lassen, allein, da dies für die sehr unterschiedlichen Tätigkeitsfelder schließlich verschiedene Elemente der Auslandserfahrung sein können, von der Sprache bis zum Linksverkehr.

Ich war übrigens in Limerick, um über eine ERASMUS-Kooperation zu sprechen. Ich sah einen Campus wie ein Musterdorf, mit beeindruckenden Sportanlagen und einem verführerischen Bücherladen. Dass ich dort ankam, forderte mir mehr Spontaneität ab, als ich je in mir vermutet hätte, gipfelnd in dem Moment, in dem ich einen Fremden bitten musste, das bis dahin einigermaßen souverän auf der falschen Seite gesteuerte Fahrzeug für mich einzuparken und zu hoffen, dass er die gängigen Witze dazu nicht kannte. Ich war erstaunt zu hören, dass Limerick mehr „Incomers“ als „Outgoers“ hatte, also mehr Studiernde aus anderen EU-Ländern kamen, als Iren ins Ausland gingen. Führt man sich allerdings vor Augen, wie wenige Einwohner Irland hat und wie viele Studierende vom europäischen Festland ihre Employability mit Internationality verbessern möchten, wundert es nicht weiter. Im Ergebnis traf ich eine wirklich internationale Studierendenschaft kurz vorm Ende der Welt an. Als ich am Abend in Dublin eintraf, war mein englischer Wortschatz um einige Finessen der Verwaltungssprache reicher, mein Gespür für Diplomatie im universitären Umgang verfeinert, meine motorischen Fähigkeiten infolge des Linksverkehrs gewaltig angestiegen, meine Spontaneität und mein Improvisationstalent erstmals wirklich gefordert, ohne fehl am Platze zu sein, und ich hatte zum ersten Mal Lyrik, naja, einen Limerick verfasst – und ich war nur einen Tag dort. Wie viel weiter werden Sie sich in einem Jahr entwickeln können.

Der Regen, naja, der kommt und geht.