Diese Seite muss auch mal etwas hergerichtet werden. Es gibt so viel zu tun: Young+Rabbit haben sich mit dem Logo so viel Mühe gegeben, und es wird kaum gewürdigt. Es ist eine Textwüste. Ich erreiche bei weitem nicht so viele Leser, wie ich erreichen müsste, wo doch andere, ähnlich getaggte allein mit der Verlinkung (jetzt wollte ich „Verlikung“ schreiben. Auch nicht falsch.) das Zehnfache erreichen. Blöd. Da muss jemand vom Fach ran, also von unserem Fach, mit einer Zusatzqualifikation, die z. B. auf Steadynews als Zukunft für Geisteswissenschaftler gelobt wurde: ein Social Media Manager.

Hanna Brunken, studierte Kulturwissenschaftlerin, bietet schon deutlich länger als die Halbwertzeit des genannten Artikels Rat und Tat rund um Social Media an, und so bat ich sie in verschiedenen Zusammenhängen um Hilfe. Sie analysierte meine Websites, suchte passende Themes, prüfte Authentizität und Autorschaft, richtete Kontakt- und Bestellformulare ein, schaltete E-Mail-Weiterleitungen, gab Tipps zur Multiplikation und Verbindung z. B. zu facebook. Jetzt liegt der Ball wieder bei mir…
Ich würde resümieren: Das ist das, was Social Media Manager so tun. Freiberuflich zumeist, was keine allgemein gültige Einkommenshöhe nahelegt. Oder in der Unternehmenskommunikation, teils mit dem Zuständigkeitsbereich „Social Media Management“ oder mit der Anweisung: „Das können Sie dann noch mitmachen.“

Als Fachliteratur habe ich
Vivian Pein: Der Social Media Manager: Das Handbuch für Ausbildung und Beruf, Bonn 2013
gesichtet, fand den Einstieg leicht und manches Kapitel bereits sehr detailliert.

Die Frage bleibt: Ist Social Media Management ein Berufsfeld der Zukunft für Geisteswissenschaftler?
Es ist auf jeden Fall eine Tätigkeit, mit der man in der Gegenwart Geld verdienen kann. Doch wie stets braucht es ein Umfeld, das Kundenakquise möglich macht, d.h. grundsätzlich das social web als kommerzielles Experimentierfeld begrüßt und bereit ist, eigene Lücken mit Fremdaufträgen zu schließen. Freilich darf eben dieses Umfeld noch nicht so affin sein, dass es sein Social Media Management selbst übernehmen kann.
Hier sehe ich den Haken: nicht in der Tätigkeit, sondern bei den Geisteswissenschaftlern. Blogs zu Fachveranstaltungen? Werden nicht genutzt. Accounts bei Xing oder facebook? Gern – auch von Dozenten – abgelehnt, da entweder neumodisches Zeugs, das keiner braucht und das die Jugend verdirbt oder Neuland, das undemokratisch, weil von einer Kolonialmacht kontrolliert ist, zu der bereits Gramsci oder jemand anderes Kluges irgendwas sagte und das zweifellos mehr Zeichen in Anspruch nimmt, als Twitter zulässt. Andere sind da unbefangener und haben Accounts, doch wenn man z.B. die Praktikantin als social web native darum bittet, mal die Statistiken auszuwerten, erntet man ein :-C

Ja, Social Media Management ist ein aktuelles Berufsfeld. Bei einfachen Anfragen in den Jobbörsen gehen die Treffer in die Hunderte. Und tatsächlich ist der Weg in dieses Berufsfeld noch nicht eindeutig und einheitlich definiert, so dass eine Mischung aus Erfahrung, Kreativität, Lernfähigkeit, Systematisierung und guter Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche einen Einstieg gewährleisten kann. Neben Affinität und tiefergehenden Anwenderkenntnissen der üblichen Dienste gilt es für Geisteswissenschaftler allerdings auch, sich im Umgang mit social media zu professionalisieren und sich nicht allein auf Intuition zu verlassen. Die IHKs etwa bieten Kompaktkurse und Fortbildungen an.