Oho, die Brotgelehrte hat auch noch die guten alten Wurzeln ihrer Zunft im Blick. Natürlich streben wir alle, die wir nicht „auf Lehramt“ studieren, eine wissenschaftliche Karriere an. Der Blog richtet sich nur in aller Heimlichkeit an diejenigen wenigen, die so ordinär sind (oder die ein ethnologisches bzw. soziologisches Interesse leitet), auch andere Betätigungsfelder in den Blick zu nehmen.

Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen von der Online-Petition „Wissenschaft als Beruf – für bessere Beschäftigungsbedingungen und planbare Perspektiven“ gehört oder gelesen. Es sind heute erst 3% der erforderlichen 120.000 Zeichnungen eingegangen, und davon ist ein wesentlicher Anteil anonym. Die Forderung nach der Wissenschaft als einer würdigen Arbeitsumgebung ist freilich alt, und es scheint zu ihren festgeschriebenen Eigenschaften zu gehören, dass sie eben jede Würde im Arbeitsvertrag entbehren kann. Ich muss gestehen, dass ich zögerte, die Petition zu unterschreiben. Doch schließlich dachte ich: Lieber eine Veränderung, und danach über die Details streiten, als Einzelheiten bemängeln und die Veränderung verweigern.

Noch besser allerdings als die Petition gefällt mir ein Projekt, das Alexandra Busch anstieß und dessen Teil ich sein darf: deboxing – Instead of thinking outside the box, get rid of the box. Gemeinsam mit den Kolleginnen Friederike Eyssel, Julia Sacher und Katrin Klingsieck haben wir ein Angebot für Nachwuchswissenschaftlerinnen entwickelt, das auf der Grundlage individueller Stärkung und Reflexion auf nichts weniger als eine Kulturveränderung in der Wissenschaft zielt – hin zu mehr Respekt, einer Kultur der Neugierde und Freude an der Forschung. Sie sind herzlich eingeladen, auf unsere gemeinsame Seite zu schauen: www.deboxing.de. Unser nächster Workshoptag findet am 27.2. in Bielefeld statt.