Traditionell gehören Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit neben dem öffentlichen Dienst zu den Arbeitsmärkten, die Absolvent*innen der Geschichte und Geschichtswissenschaft aufnehmen. Während des Studium ist die Freiberuflichkeit häufig keine Option, und die meisten Lehrenden ermutigen auch nicht gerade, sich diese Organisationsform von Arbeit genauer anzuschauen. Doch es lohnt sich für alle, die eine Abneigung gegen hierarchische Strukturen in Verwaltungseinheiten haben und die gern inhaltlich nah am Studienfach bleiben wollen.

Eine Variante der Selbstständigkeit für und von Absolventen der historischen Disziplinen sind Geschichtsagenturen. Auf dieser Website des Historischen Seminars der JGU Mainz finden Sie eine Liste und können selbst die Online-Auftritte vergleichen und analysieren:

https://www.blogs.uni-mainz.de/fb07-geschichteundberuf/historikerinnen-als-selbstaendige/

Meine Erfahrung ist, dass der Erfolg von wissenschaftlichen historischen Dienstleistungen wesentlich von regionalen Wirtschaftsstrukturen abhängt. Es ist in Regionen, in denen insgesamt kein reges „historisches Alltagsleben“ stattfindet, deutlich schwieriger als in Gebieten und Städten mit einer bestehenden Infrastruktur, in denen bereits ein Diskurs über das Transferpotential historischer Forschung geführt wird und zudem eine Reihe von Unternehmen, Verbänden und Institutionen besteht, die auf eine hinreichend lange Zeit zurückblicken können.