Diese Woche in Dresden

Ich bin gespannt auf den Workshop „Berufsfelder und Beschäftigungschan­cen für Geistes- und Sozialwissenschaft­ler*innen„, der gleich beim Career Service der TU Dresden startet. Gespannt, weil die Teilnehmer*innen immer ihre eigenen Fragestellungen mitbringen und weil sich die in den acht Jahren, in denen ich inzwischen Workshops zur beruflichen Praxis von und für Geisteswissenschaftler*innen durchführe, stark verändert haben. Pragmatik hat die Wirtschaftskritik im Wesentlichen abgelöst oder findet andernorts statt. Wir diskutieren nicht mehr, ob die Geisteswissenschaften für den Beruf „ausbilden“ oder nicht. Wir haben uns der Tatsache gefügt, dass Absolvent*innen nach dem Studium ein Einkommen haben möchten, von dem sie leben und mit dem sie planen können. Wir haben mit Kolleg*innen ausdiskutiert, dass das Studium geisteswissenschaftlicher Fächer sehr wohl „berufsbezogen“ ist, insofern es schon immer konsekutive Berufe gab und immer noch gibt, auf die im Studium implizit und explizit vorbereitet wird: der Schuldienst, der wissenschaftliche Dienst an unterschiedlichen Institutionen. Und natürlich gibt und gab es Berufe, auf die das Studium nicht vorbereiten kann, weil individuelle Profile und Faktoren außerhalb der Hochschule die Tätigkeiten prägen – und dann sind wir selbst gefragt.

In Dresden gab es zu dieser Frage bislang in jeder Veranstaltung mindestens eine Person mit einer sehr kreativen und außergewöhnlichen Antwort. Hier traf ich zum ersten Mal auf die Idee, das herkömmliche Recruiting für den höheren Archivdienst über einen Hilfsjob als Putzkraft im Staatsarchiv zu überlisten, und stattdessen beim behutsamen Umgang mit Archivalien entdeckt und angestellt zu werden. Hier musste ich meine eigene Verblüffung überspielen, weil ein Mann in Elternzeit zugleich Geisteswissenschaftler, Elternparlamentssprecher und Erotikautor war und einfach immer noch mehr wissen wollte. Hier traf ich auf Kommiliton*innen, die sich für den Kulturaustausch zwischen Dresden und dem Balkan einsetzten und dafür mit Rotaract kooperierten. Wegen dieser Begegnungen bin ich freudig gespannt auf den Workshop.

Direkt am Folgetag, nämlich Donnerstag, 14.11., findet die erste „Karriere für den Geist“-Messe in Dresden statt. Nutzt die Gelegenheit!

Bild von Andy Leung auf Pixabay

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