Mareike Menne: Brotgelehrte

Beratung, Coaching und Arbeitsmarkt-Informationen für GeisteswissenschaftlerInnen

Arbeitsmarkt OWL für Kulturwissenschaftler*innen

Herzlich willkommen!

Auf dieser Seite werden wir Profile von Kulturwissenschaftler*innen, Institutionen und Unternehmen bündeln, um den Arbeitsmarkt für Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen in OWL sichtbar zu machen und Studierenden und Absolventen eine Orientierung zur Praktikums- und Stellensuche sowie zu den Rahmenbedingungen von Freiberuflichkeit und Unternehmensgründungen zu geben.

Ich bin keine Personalvermittlung. Mich interessiert eine Beobachter-, Analyse- und Gestalterrolle zwischen Akademie und Arbeitsmarkt. Ich möchte Austausch und Gespräche darüber anregen, wie professionelles Fremd- und Selbstbild von Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen aussehen, warum dies so ist und welches Wissen nötig ist, um für unsere Fachkräfte in der Region angemessene Arbeitsplätze zu identifzieren. Unternehmen und Institutionen kann dieses Wissen helfen, Potenzial und Einsatzmöglichkeiten bewerten und Recruitingstrategien anzupassen.

Auf dieser Seite werden Sie redaktionell betreute Inhalte finden. Ein großer Teil wird unserer eigenen Recherche entspringen. Falls Sie der Ansicht sind, hier gut aufgehoben zu sein, eine passende Reichweite und Leserschaft für Ihr Anliegen oder Ihren Impuls zu finden, sind Sie herzlich eingeladen, uns zu kontaktieren:

Mareike Menne: brief@mareikemenne.de

Wiebke Kaesberg: wk@mareikemenne.de

 

Warum Geisteswissenschaften/Kulturwissenschaften?

Weil es so viele sind: 3000 Absolvent*innen pro Jahr an den Universitäten Paderborn und Bielfeld. Und weil sie so viele unterschiedliche Dinge können, die für die regionale Wirtschaft eine Bereicherung darstellen: Fremdsprachen, Textkompetenz, Kommunikation, Wissen über Bildung und Weiterbildung auf allen Lernstufen/lebenslanges Lernen, ästhetische Analyse- und Umsetzungskompetenz, Kulturarbeit, soziale Arbeit, kulturelle und soziale Aspekte von Change-Prozessen und Digitalisierung. Die Gegenstände, mit denen Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen sich befasst haben, sind mannigfach, die Methodenkompetenz ist umfassend – doch jenseits der allgemeinen Aussagen über Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten ist immer das individuelle Profil der Absolventen entscheidend.
Unter „Geistes- und Kulturwissenschaften“ fallen sehr unterschiedliche Studienfächer, z.B. Philosophie, Geschichte, Theologie, Komparatistik, Germanistik, Anglistik+Amerikanistik, Romanistik (jeweils als Literatur- und Sprachwissenschaft). An der Universität Paderborn gehören auch die Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Musikwissenschaften, Kunst/Musik/Textil in die Fakultät für Kulturwissenschaften – damit ist es hinsichtlich der Studierendenzahlen die größte Fakultät der Universität. In Bielefeld hingegen sind die genannten Fächer auf verschiedene Fakultäten verteilt.
Sie können sich vorstellen, dass Wissen und Kompetenzen von Medienwissenschaftler*innen anders sind als von Absolvent*innen der Fachkombination Philosophie/Theologie. Schnell weicht man darauf aus, Geisteswissenschaftler*innen als Generalist*innen zu bezeichnen – doch in aller Regel sind sie spezialisierte Fachkräfte. Unternehmen wissen oft wenig über ihre Fähigkeiten und können daher oft nicht einschätzen, wo und wozu sie eingesetzt werden könnten. Der Jobguide als Prozess trägt dazu bei, die Fachkraft, die Stärken und das Potenzial von Geisteswissenschaftler*innen in der Region sichtbar und anwendbar zu machen.

Gibt es Erfahrungen und Vorbilder?

Mareike Menne hat mit Studierenden der Uni Paderborn in zwei Semestern ein Crowdsourcing-Projekt zu ersten Unternehmensprofilen durchgeführt. Insgesamt erarbeiteten wir 40 Datensätze, die als Grundlage für weitere Anfragen dienten. Der Gewinn für die Studierenden war über die Datensätze hinaus gut – bislang abstrakte „Berufe“, „Pflichtpraktika“, gefühlt weit entfernte Berufspraktiker etc. waren nun mit konkreten Adressen und/oder Personen verknüpft. Die Motivation stieg – einige Kommilitoninnen nahmen mit Verweis auf die „Hausaufgabe“ Kontakt auf, und daraus entwickelte sich ungezwungener Austausch über die „Einsetzbarkeit“ unserer Absolvent*innen – ein Gesprächsgefühl, das sie im Kontext von Jobmessen oder Bewerbungen noch nicht kennengelernt hatten. Für eine Teilnehmerin erwuchs eine Berufseinstiegsstelle aus der Recherche, für eine andere ein Praktikumsplatz bei einem Unternehmen, dessen Namen sie zuvor noch nicht gehört hatte.

Darüber hinaus gibt es natürlich mehr oder weniger gut gepflegte Job- und Praktikumsdatenbanken an Fächern, Fakultäten und zentralen Einheiten der Hochschulen, mit denen Austausch möglich ist.

Was soll dieses *innen? Können Sie nicht einfach die Frauen in der männlichen Form mitmeinen?

Nein, leider nicht. Denn erstens formt die Sprache das Denken, wie Geisteswissenschaftler*innen wissen. Zweitens werden Frauen nicht so gerne einfach „mitgemeint“. Drittens ist der Frauenanteil in den Geistes- und Kulturwissenschaften überdurchschnittlich hoch, liegt in manchen Fächern bei bis zu 87%. Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler*innen bedeutet darum immer auch spezifisch weibliche Arbeitsmärkte. Unserer Erfahrung nach spielt dies zudem bei der Anwerbung auswärtiger (männlicher) Fachkräfte für IT- und Ingenieur-Tätigkeiten eine Rolle; ein lebhafter Kulturarbeitsmarkt ist eine Chance zur dual career und hebt die Lebensqualität des Wirtschaftsstandorts.

 

Vielen Dank!

Jobguide OWL