Mareike Menne: Brotgelehrte

Beratung, Coaching und Arbeitsmarkt-Informationen für GeisteswissenschaftlerInnen

Jobguide OWL

Herzlich willkommen auf der Projektseite zum Jobguide OWL!

Wir hatten schon telefonischen oder E-Mail-Kontakt und Sie suchen nur nach dem Datenblatt, um es auszufüllen? Hier ist es als Word-Dokument: Datenblatt_Jobguide_Oktober 2018

Was ist der Jobguide OWL?

Ein Buch im Entstehen. Der Jobguide OWL versammelt Profile und Adressen von Unternehmen und Institutionen in Ostwestfalen-Lippe, die Praktika, Traineestellen und Arbeitsplätze für Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen bieten. Zum ersten Mal wird so ein Überblick über den regionalen Arbeitsmarkt für ca. 3500 Absolvent*innen jährlich der Universitäten Bielefeld und Paderborn gegeben.

Außerdem wird der Jobguide fünf Essays enthalten: Berufsorientiert studieren, Arbeitsmarkt OWL, Gründen als Geisteswissenschaftler*in, Berufseinstieg mit Kind(ern), Zukunft der geisteswissenschaftlichen Arbeit.

Was ist der Jobguide noch?

Ein Prozess – der Startpunkt für eine Plattform, auf der von Seiten der Geisteswissenschaftler*innen Erfahrungen und Wissen zur Berufstätigkeit, gesellschaftlichen Wirksamkeit, Wissenstransfer und den Übergang aus dem Studium geteilt werden. Und von Seiten der Arbeitgeber Informationen über Fachkompetenzen, Spezialisierungen, Forschungsstand, Erreichbarkeit von Absolvent*innen abrufbar sind.

Was können Sie für uns tun?

Stellen Sie Ihr Unternehmen, Ihre Institution im Jobguide vor, wenn Sie affine Praktika, Einstiegs- oder Mitarbeiterstellen haben oder auch mit freien Geisteswissenschaftler*innen zusammenarbeiten (möchten). Zur Orientierung können Sie dieses Dokument verwenden: Datenblatt. Gern können wir auch einen Gesprächstermin vereinbaren.

Wir freuen uns auch, wenn Sie Ihre Erfahrungen in das Projekt einbinden – wie haben Sie Geisteswissenschaftler*innen rekrutiert? Wie erfolgte die Einbindung in die unternehmensinternen Prozesse oder Weiterbildungsmaßnahmen? Welche Anforderungen haben Sie an Geisteswissenschaftler*innen, welche Schwierigkeiten sehen Sie, welchen Bedarf können Sie formulieren?

Sie können uns gern kontaktieren, wenn Sie grundsätzlich Interesse an geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Arbeit haben, aber zu wenig darüber wissen.

Und sie können uns auch gern unterstützen, indem Sie uns z.B. einen Druckkostenzuschuss gewähren oder mit eine Anzeige im Jobguide (oder auf dem Blog) dessen Realisierung ermöglichen oder als Multiplikator und Fürsprecher unser Anliegen fördern – für einen attraktiven, ästhetischen und vitalen Arbeitsmarkt OWL und gute Chancen für Akademiker*innen in der Region.

Warum Geisteswissenschaften/Kulturwissenschaften?

Weil es so viele sind: 3000 Absolvent*innen pro Jahr an den Universitäten Paderborn und Bielfeld. Und weil sie so viele unterschiedliche Dinge können, die für die regionale Wirtschaft eine Bereicherung darstellen: Fremdsprachen, Textkompetenz, Kommunikation, Wissen über Bildung und Weiterbildung auf allen Lernstufen/lebenslanges Lernen, ästhetische Analyse- und Umsetzungskompetenz, Kulturarbeit, soziale Arbeit, kulturelle und soziale Aspekte von Change-Prozessen und Digitalisierung. Die Gegenstände, mit denen Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen sich befasst haben, sind mannigfach, die Methodenkompetenz ist umfassend – doch jenseits der allgemeinen Aussagen über Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten ist immer das individuelle Profil der Absolventen entscheidend.
Unter „Geistes- und Kulturwissenschaften“ fallen sehr unterschiedliche Studienfächer, z.B. Philosophie, Geschichte, Theologie, Komparatistik, Germanistik, Anglistik+Amerikanistik, Romanistik (jeweils als Literatur- und Sprachwissenschaft). An der Universität Paderborn gehören auch die Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Musikwissenschaften, Kunst/Musik/Textil in die Fakultät für Kulturwissenschaften – damit ist es hinsichtlich der Studierendenzahlen die größte Fakultät der Universität. In Bielefeld hingegen sind die genannten Fächer auf verschiedene Fakultäten verteilt.
Sie können sich vorstellen, dass Wissen und Kompetenzen von Medienwissenschaftler*innen anders sind als von Absolvent*innen der Fachkombination Philosophie/Theologie. Schnell weicht man darauf aus, Geisteswissenschaftler*innen als Generalist*innen zu bezeichnen – doch in aller Regel sind sie spezialisierte Fachkräfte. Unternehmen wissen oft wenig über ihre Fähigkeiten und können daher oft nicht einschätzen, wo und wozu sie eingesetzt werden könnten. Der Jobguide als Prozess trägt dazu bei, die Fachkraft, die Stärken und das Potenzial von Geisteswissenschaftler*innen in der Region sichtbar und anwendbar zu machen.

Gibt es Erfahrungen und Vorbilder?

Mareike Menne hat mit Studierenden der Uni Paderborn in zwei Semestern ein Crowdsourcing-Projekt zu ersten Unternehmensprofilen durchgeführt. Insgesamt erarbeiteten wir 40 Datensätze, die als Grundlage für weitere Anfragen dienten. Der Gewinn für die Studierenden war über die Datensätze hinaus gut – bislang abstrakte „Berufe“, „Pflichtpraktika“, gefühlt weit entfernte Berufspraktiker etc. waren nun mit konkreten Adressen und/oder Personen verknüpft. Die Motivation stieg – einige Kommilitoninnen nahmen mit Verweis auf die „Hausaufgabe“ Kontakt auf, und daraus entwickelte sich ungezwungener Austausch über die „Einsetzbarkeit“ unserer Absolvent*innen – ein Gesprächsgefühl, das sie im Kontext von Jobmessen oder Bewerbungen noch nicht kennengelernt hatten. Für eine Teilnehmerin erwuchs eine Berufseinstiegsstelle aus der Recherche, für eine andere ein Praktikumsplatz bei einem Unternehmen, dessen Namen sie zuvor noch nicht gehört hatte.

Darüber hinaus gibt es natürlich mehr oder weniger gut gepflegte Job- und Praktikumsdatenbanken an Fächern, Fakultäten und zentralen Einheiten der Hochschulen, mit denen Austausch möglich ist.

Was soll dieses *innen? Können Sie nicht einfach die Frauen in der männlichen Form mitmeinen?

Nein, leider nicht. Denn erstens formt die Sprache das Denken, wie Geisteswissenschaftler*innen wissen. Zweitens werden Frauen nicht so gerne einfach „mitgemeint“. Drittens ist der Frauenanteil in den Geistes- und Kulturwissenschaften überdurchschnittlich hoch, liegt in manchen Fächern bei bis zu 87%. Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler*innen bedeutet darum immer auch spezifisch weibliche Arbeitsmärkte. Unserer Erfahrung nach spielt dies zudem bei der Anwerbung auswärtiger (männlicher) Fachkräfte für IT- und Ingenieur-Tätigkeiten eine Rolle; ein lebhafter Kulturarbeitsmarkt ist eine Chance zur dual career und hebt die Lebensqualität des Wirtschaftsstandorts.

 

Nun sind Sie gern dabei und füllen auch gern das Datenblatt aus, um im Jobguide in Ihrem Sinne vertreten zu sein? Hier finden Sie es: Datenblatt_Jobguide_Oktober 2018. Bitte schicken Sie es per E-Mail-Anhang an brief [at] mareikemenne.de oder wiebkekaesberg [at] gmail.com.
Vielen Dank!

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