Kalender Januar 2019

9.1., 16-20 Uhr
Impulsworkshop individuelle Digitalisierungsstrategien
Paderborn

Ziele: Eigenen Bezug zur Digitalisierung klären; Haltungen, Kompetenzen und Lernbedarf identifizieren

Was bedeutet Digitalisierung in individuellen und systemischen Bezügen – für mich persönlich, als Teil von Gesellschaft und als Arbeitnehmer*in/Student*in? Welche Schritte kann ich gehen, wie kann ich mich weiterbilden, um ein eigenes professionelles Digitalisierungsprofil zu entwickeln?
Anmeldung erforderlich: brief[at]mareikemenne.de, Teilnehmerbegrenzung! Bitte eigenes Laptop/Tablet/Schreibutensilien mitbringen.
Teilnahmegebühr 45€ inkl. MwSt.

15.1., 9-16 Uhr
Informationsmanagement/Beyond Speed Reading: professionelle Lese- und Schreibtools
Paderborn

Ziele: Lese- und Schreibkompetenz definieren, einschätzen und verbessern; Tools zur Professionalisierung kennenlernen.

Beispiele für Lese- und Schreibanforderungen im professionellen Kontext; Ziele und Motive für Lesen und Schreiben im Beruf; Planung, Strategien und Methoden für Lesen und Schreiben im Beruf.
Anmeldung erforderlich: brief[at]mareikemenne.de, Teilnehmerbegrenzung! Bitte eigenes Laptop/Tablet/Schreibutensilien mitbringen.
Teilnahmegebühr 75€ inkl. MwSt.

25.1., 9-16 Uhr
Kulturwissenschaftler*innen und Geld
Paderborn

Was sollten Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen für ihre berufliche Praxis über Geld wissen? Wie unterscheidet sich die berufliche Geldpraxis im öffentlichen Dienst und in der „freien Wirtschaft“ – und was muss ich dafür wissen und können? Wie kann ich als Freiberufler*in/Selbstständige (auch in Nebentätigkeit) meine Liquidität und meinen Finanzierungsbedarf planen und Preise festlegen?

Anmeldung erforderlich: brief[at]mareikemenne.de, Teilnehmerbegrenzung!
Teilnahmegebühr 85€ inkl. MwSt.

29.1., 9-14 Uhr
Vereinbarkeit von Studium/Promotion/Berufseinstieg und Kind(ern)
Paderborn

Elternzeit als Entwicklungsphase; Organisation und Finanzierung, Identifikation und Unterstützung von elternpositiver Arbeitsumgebung, Netzwerke
Anmeldung erforderlich: brief[at]mareikemenne.de, Babies willkommen, Teilnahmegebühr 55€ inkl. MwSt.

Münzkundler

In unseren Disziplinen kann es zur Distinktion zählen, sich gerade nicht für Geld zu interessieren, sich nicht damit auszukennen, es nicht wertzuschätzen. Vielleicht ist auch darum die Numismatik inzwischen ein Orchideenfach, das nur noch in Wien mehr ist als eine Sitzung im obligatorischen Proseminar Mittelalterliche Geschichte oder Propädeutik. Dass man daraus einen Job machen könnte, liegt nicht unbedingt auf der Hand, und ich muss zugeben, dass meine eigene Idee eines Numismatikers sehr vorwissenschaftlich übereinstimmte mit „Sonderling“. Doch da kam eben mein Mann und fragte, ob ich seine Sammlung von 10-Reichspfennig-Umlaufmünzen gesehen hätte, und ich änderte das Urteil rasch in: doch ganz sympathisch.

Genau darin liegt eine der wesentlichen Stärken auf dem Arbeitsmarkt. Numismatikerinnen sind hoch spezialisiert (es gibt zudem noch Spezialisierungen innerhalb der Disziplin, z. B. Fundmünzennumismatikerin oder Spezialisten für bestimmte Regionen, Zeiten, Geldmittel) und sehr selten. Sie sind keine Universalisten-Geisteswissenschaftler, die ihre Methoden auf quasi jeden beliebigen Gegenstand übertragen können. Häufig haben NumismatikerInnen ihre Qualifikationsarbeiten zu einem münzkundlichen Thema verfasst. Insbesondere diejenigen, die im universitären oder musealen Bereich arbeiten, sind oft promoviert.

Numismatiker forschen an Universitäten und Akademien, betreuen Sammlungen, begleiten oder leiten archäologische Grabungen, verfassen journalistische und Fachtexte sowie Kataloge, arbeiten als Sachverständige, z. B. für Münzhändler, IHKs oder die Numismatische Kommission der Länder der Bundesrepublik.

Sie arbeiten auch selbst als Münzhändler. Als solche führen sie neben dem eigentlichen Handel meist auch Auktionen durch und schreiben, handeln oder verlegen Bücher und Kataloge über Numismatik. Ihre Arbeit reicht teils bis ins Wealth Management hinein, wenn Fachleute Anlagestrategien für Sammler entwickeln. Meist bildet der Münzhandel nur eine Sparte, und die Unternehmen handeln auch mit Antiquitäten, Kunst oder Edelmetallen. Bekannte Münzhändler sind z. B. die Münzen & Medaillen GmbH in Weil am Rhein, die Münzhandlung Knopek in Köln, die Giessener Münzhandlung in München und Kroyer’s Münzencontor in Hamburg. Ein großer Auktionator ist die Sincona AG in Zürich.

Ursula Kampmann etwa qualifizierte sich mit einer auf Numismatik spezialisierten Schrift und arbeitete anschließend im Münzhandel sowie für zwei Berufsverbände der Münzhändler. Sie ist Herausgeberin der Fachzeitschrift MünzenRevue und verfasst neben Büchern und journalistischen Texten auch Hörspiele und Videos. Zudem kuratierte sie Ausstellungen zur Geld- und Münzgeschichte.

Eine spezialisierte Jobbörse fand ich nicht, ebenfalls keine offenen Stellen auf den Seiten der Berufsverbände oder Organisationen. Es handelt sich um einen sehr kleinen und hochspezialisierten Arbeitsmarkt – nicht nur hinsichtlich der Nachfrage, auch hinsichtlich des Angebots an spezialisierten Absolventen. Das bedeutet, dass Sie allein schon durch eine Professionalisierung im Bereich Numismatik und ein übliches Kommunikationsverhalten im Fachgebiet schnell über Nischen, offene Stellen oder auch Aufträge für selbstständiges Arbeiten informiert sein werden, also: spezialisieren und netzwerken.

Bei Münzhändlern und Auktionshäusern können Sie nach Möglichkeiten zur Hospitation, Nebenjobs oder Praktika nachfragen. Ein kurzer Weg führt vielleicht auch zur Bank Ihres Wohnorts, wo sie als Studentenjob oder Ehrenamt kleinere Münzsammlungen (mit)betreuen können.

Im Ausstellungsbereich können Sie bei den Museen und Münzkabinetten Ausschau nach Praktikumsplätzen oder anderen Einstiegsvarianten halten, etwa den berühmten Sammlungen in Berlin, Dresden, Wien (KHM und Johanneum) und München. Auch das Schloss Friedenstein in Gotha, das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, das Rheinische Landesmuseum Trier, die Universität Bonn (Akademisches Kunstmuseum) und die Stiftung Moritzburg (Halle/Saale) pflegen Münzsammlungen. Auf orientalische Münzen ist das Kabinett in Jena spezialisiert. Zudem gibt es in Berlin das Museum der Staatlichen Münze.

Links

Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland

Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike, Universität Frankfurt a.M.

Institut für Numismatik und Geldgeschichte, Universität Wien

Organisationen der Numismatiker:

Österreichische Numismatische Gesellschaft

Royal Numismatic Society, London

Berliner Numismatische Gesellschaft

Organisationen der Münzhändler

Verband der Deutschen Münzenhändler (VDDM)

Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels e.V. (BvDM)

Verband Schweizer Berufsnumismatiker (VSBN)

Organisationen der Sammler:

Deutsche Numismatische Gesellschaft (mit Links zu weiteren Vereinen)

 Foren und Information

www.numismatikforum.de

Virtual Library Geschichte der LMU München, Stand 2009

Literatur

Studienliteratur

Howgego, Christopher: Geld in der antiken Welt: Was Münzen über Geschichte verraten, Darmstadt 2000

North, Michael: Das Geld und seine Geschichte: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 1994

Brandt, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, mit Literaturnachträgen von Franz Fuchs, Stuttgart 182012

Klüßendorf, Niklot: Numismatik und Geldgeschichte: Basiswissen für Mittelalter und Neuzeit, Peine 2015

Braun, Christina von: Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte, Berlin 2012

Buchtipp: Das Job Patchwork Buch

Beate Westphal nimmt sich eines Themas an, das wir in der öffentlichen Darstellung eher negativ besetzt finden: Multijobber sind überwiegend die armen Leute, die mit einem Job nicht enug zum Leben verdienen, siehe Beitrag Aufstocken!.
Hier geht es jedoch um diejenigen, die mit einem einzigen Job nicht ausgefüllt sind. So agieren die Personen in den Beispielen und Erfolgsgeschichten zwischen Angestelltendasein, Nebenjobs, Selbstständigkeit, Hobbys, und zwar mit Freude. Dies macht eine wesentliche Erleichterung aus, denn DAS Zitat, das viele hören, wenn sie mit einem Job allein nicht zufrieden sind, wird entkräftet: Es geht nicht darum, sich im Rahmen der klassischen Vorgaben des Arbeitsmarktes „endlich zu entscheiden“. Und um diese neu gewonnene Freiheit an Realitäten anzubinden, hilft ein kleiner Satz aus einem wiedergegebenen Beratungsgespräch: Berlin böte das Umfeld für ungewöhnliche berufliche Biografien – umgekehrt also: Nicht überall ist Job-Patchworking gleich besetzt und sind die Chancen, die sich daraus ergeben, gleichermaßen leicht zu erkennen und zu ergreifen.
Ich habe noch nicht genau herausgefunden, ob Westphals „Talentcafé“ wirklich ein Café ist. Aber ich wünschte, es wäre so, und finde die Idee begeisternd sowie das eigene Jobpatchworking der Autorin inspirierend, und darum bliebe ich gern kritiklos.
Was mich davon abhält war das Kapitel zum Geld, von dem ich mehr erwartete. Mein Eindruck ist, dass wir da gemeinsam in einer gewissen Ratlosigkeit stecken, und viel mehr Varianten als „Privatvermögen“ (im Zweifel aus dem Umfeld), „Banken“, „Förderung“ und „Crowdfunding“ liegen vielleicht auch gerade nicht in der Luft. Angespitzt von dieser Unzufriedenheit grabe ich mich aktuell durch einige Geldratgeber, und komme stets an der gleichen Stelle heraus. Es sei gleich angemerkt: Sparen Sie sich das Geld für

Chris Guillebeau: Start-up! Wie Sie mit weniger als 100€ ein Unternehmen auf die Beine stellen und Ihr eigener Chef werden, 2013

es sei denn, Sie haben auch einen Nachbarn, der Ihnen eine Lastwagenladung Matratzen für ein Start-up zur Verfügung stellt; und wie man mit weniger als 100€ ein Yogastudio in Washington DC eröffnen will, ist mir schleierhaft. Wenn Sie sich nun doch angetriggert fühlen, schauen Sie sich zunächst die Website 100startup an. Siehe auch mein Beitrag Das liebe Geld…

Westphals Idee, Übungen in das Buch nicht nur einzubinden, sondern sie sogar der Darstellung voranzustellen (statt in den Anhang zu verbannen) schätze ich sehr, weiß ich doch, wie viel Arbeit es macht, sie sich auszudenken. Doch ich tat mich schwer mit ihnen – kurz: Sie haben es nicht geschafft, mich zu aktivieren. Statt Reflexion war mir mehr nach Aktion.

Fazit: Ein Buch, das Stimmung und Selbstbild heben kann und Role-Models bietet.

Beate Westphal: Das Job Patchwork Buch. Kreativität. Freiheit. Selbstverwirklichung, Frankfurt am Main 2014
Informationen zum Buch auf der Verlagsseite

Das liebe Geld…

… war gestern Gegenstand eines Artikels der Süddeutschen online: „Geld-Tipps zum Semesterstart. Fragen kostet nichts.“ Der Artikel eignet sich gut für einen ersten Überblick über die Bereiche des Studentenlebens, in denen neben Konsum mit Geld Entscheidungen getroffen werden können und Pflichten warten – Steuern und Versicherungen, aber auch Rabatte, die Wahl der Bank oder Stipendien.

Wer sich tiefer informieren möchte, als der Artikel es erlaubt, kann zum einen den auch dort angezeigten Links folgen, etwa zum Stipendienlotse oder zu den Studentenrabatten.

Als sehr hilfreich empfand ich die Broschüre der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die über Kosten, Studienfinanzierung (Ausbildungsunterhalt, BAföG, Darlehen, Stipendien, Jobben, Sozialleistungen und Vergünstigungen) informiert, einen Serviceteil bietet und eine Betrachtung nach Bundesländern erlaubt. Die aktuelle Ausgabe ist von 2009, also noch mit Studiengebühren in NRW und BW, aber die Verbraucherzentrale fügt Einlegeblätter mit den Neuerungen der letzten Jahre hinzu.

Verbraucherzentrale NRW: Clever studieren – mit der richtigen Finanzierung, Düsseldorf (3)2009, 9,95€

Allerdings bleibt eine gute Übersicht für die Transferzeiten ein Desiderat: Wie finanziere ich mich, wenn ich den Bachelor abgeschlossen habe (also exmatrikuliert bin), aber das Masterprogramm noch nicht startet? In vielen konsekutiven Programmen, auch im Geschichtsstudium, werden Module angeboten, die bereits während des Bachelors für den Master absolviert werden können oder ein Bachelormodul, das mit in den Master genommen werden kann, damit diese Lücke nicht entsteht. Aber falls ein Uniwechsel damit einhergeht oder der Wechsel in einen interdisziplinären Master, kann es passieren, dass eine Unterbrechnung des Studierendenstatus eintritt – mit entsprechenden Konsequenzen für Finanzierung, Versicherung etc.

Auch für die Übergangsphase in den Beruf fehlen noch systematische Hinweise. Auf der Website www.beruf-start.de finden Sie einige gute Tipps; lassen Sie sich nicht davon schrecken, dass Ingenieure, Informatiker und Ärzte die Hauptzielgruppe stellen – das ist nicht nur einer einseitigen Wahrnehmung von Seiten der „Gesellschaft“ zuzuschreiben, sondern auch einer gewissen Zurückhaltung im Engagement der geisteswissenschaftlichen Absolventen.