Stadt, Land, Beruf – von der Schwierigkeit, im Paderborner Land einen Job als Kulturwissenschaftler*in zu finden

von Julia Koop

Je näher der Studienabschluss rückt, desto mehr machen sich Studierende der Kulturwissenschaften Gedanken, wie der Arbeitsmarkt für sie gerade in ländlichen Regionen wie Ostwestfalen-Lippe (OWL) aussieht. So erging es auch mir, da ich in Paderborn und Detmold mein Bachelor- und einen Teil meines Masterstudiums absolviert habe. Den Master setze ich gerade in Bochum an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) fort, sodass ich von meiner Erfahrung berichten und die Rahmenbedingungen vergleichen will.

Welche beruflichen Möglichkeiten bietet die Region OWL für Studierende und Absolvent*innen? Welche Unternehmen und Institutionen kämen für einen Jobeinstieg, Nebenjob oder ein Praktikum in Frage?

Weiterlesen „Stadt, Land, Beruf – von der Schwierigkeit, im Paderborner Land einen Job als Kulturwissenschaftler*in zu finden“

Radio

von Christina Wiemann

„Und was machen Sie so beruflich? Ahh, Radiomoderator, wie aufregend!“-Diese Gedanken werden sicherlich viele mit dem Beruf Radiomoderator verbinden. Die Vorstellung eines aufregenden Lebens, in dem man Politiker und Prominente trifft. Ein Leben am Puls der Zeit, immer up to dateund dann in entspannter Atmosphäre und mit viel Humor im Radio darüber plaudern. Doch der Faktencheck wirft die Gedanken über das glamouröse Moderatorenleben schnell über den HaufenProfessionell Radio machen ist viel mehr als die bloße nette Quatscherei, die wir als Hörer*innen mitbekommen. Dank Technisierung und rasanter Medienentwicklung kann sich mittlerweile jeder privat an der Kunst des Radiomachens, an eigenen Internetradios oder Podcasts versuchen, um seine Meinung und Ansichten über den Äther zu bringen. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber auch eine ungeheure Vielfalt von Radio, die hieraus entsteht und damit eine Veränderung des Berufsbilds. Weiterlesen „Radio“

Employability ohne Identität und Interesse

Wie Ihr der Seitenleiste und auch früheren Posts entnehmen könnt, trieb mich 2018 die Frage nach Regionalität um, und ich beschloss, zu graben, wo ich stehe. Wie ist der Arbeitsmarkt für Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen in OWL?

Das Projekt ist gescheitert, und dass ist – nach einem kleinen Tal, das es zu durchqueren galt – eine gute Sache. Das Scheitern hat nämlich gezeigt, wie sehr sich Voraussetzungen verändert haben, die ich stets als gegeben ansah – etwa, dass es zwar nun Master statt Magister gibt, aber deren Zahl und Probleme doch irgendwie gleichbleiben.

Für OWL, konkret für Paderborn (und nach einigen Stichproben kann ich vorsichtig sagen: sowie für andere Städte mit vergleichbarem Profil) hat sich verändert, dass der Anteil von Master-of-Arts-Absolventen an der gesamten Absolventengruppe deutlich gesunken ist. Schloss bei den „alten“ Studiengängen noch ca. ein Drittel mit Magister/Magistra ab, sind es nun noch unter drei (sic!) Prozent mit einem Master of Arts. Die Frage eines regionalen Arbeitsmarkts für diese wenigen Absolvent*innen erübrigt sich fast; irgendwoher muss ja auch der wissenschaftliche Nachwuchs kommen, müssen die klassischen institutionellen Stellen besetzt werden, die freiberufliche Arbeits- und Angebotskultur fortbestehen. Viel höheren Arbeitsmarktinformationsbedarf haben die B.A.-Absolventen, für die es keine traditionellen Aufnahmemärkte gibt – und die auch nicht auf eine Berufsbildtradition innerhalb des fachlichen Selbstverständnisses zurückgreifen können. Überspitzt formuliert: Die Fachvertreter*innen haben keine Idee, was aus diesen Absolventen werden könnte (außer Masterstudierende oder studiengangsgewechselte Lehrer), Unternehmen haben keine Ideen, wie und wo diese Absolventen eingesetzt werden können, und die Absolvent*innen selbst haben auch keine Idee, woher auch. Es gibt kaum positive Vorbilder oder bestärkende Netzwerke.

Was nun? An welcher Stelle durchbrechen wir diese Orientierungs- und auch Interesselosigkeit?

Der Rückgang der Masterstudierendenzahl überraschte mich auch in einem anderen Zusammenhang: Zum ersten Mal nahmen an meiner „Studium – und dann?“-Veranstaltung nur Lehramtsstudierende teil. Sie äußerten, dem Rat gefolgt zu sein, „auf Nummer sicher zu gehen“, aber eigentlich nicht ins Lehramt zu wollen. Oder im B.Edu/M.Edu eine Fachkombination wählen zu können, die in BA/MA ausgeschlossen ist. Als ich anfangs in dieser Veranstaltung von „Kultur- und Geisteswissenschaftler*innen“ sprach, erntete ich irritiertes Schweigen. Nein, nicht wegen der Gender-Umständlichkeit. Die Studierenden verstanden sich nicht als Kultur- und Geisteswissenschaftler*innen. Sie studieren Geschichte und Sport, Germanistik und Mathe oder Physik, Theologie und Musik. Ein Teil von ihnen ist vielleicht Kulturwissenschaftlerin. Ein anderer Teil aber ist Pädagogin. Ein dritter Teil ist vielleicht Naturwissenschaftlerin. Natürlich könnten sie in einer Geistes- oder Kulturwissenschaft promovieren. Eine Teilnehmerin äußerte, das sei nicht attraktiv, denn sie wolle sich nicht gegen eine ihrer Fachkulturen entscheiden.

Wie wird sich die Arbeitskultur und das fachliche Selbstverständnis im wissenschaftlichen Nachwuchs verändern, wenn der Anteil von Lehramtsabsolventen aus unterschiedlichen Fachkulturen zunimmt und wenn zugleich der Anteil der Promovierenden mit selbstgewählter geisteswissenschaftlicher Identität sinkt?

Zahlen z.B. hier: Studierenden- und Absolventenspiegel Uni Paderborn

Anm.:  Die Paraphrase „Grabe, wo du stehst“  (oben) ist hier sehr verkürzt verwendet. Sie bezieht sich auf Sven Lindqvist: Grabe, wo du stehst. Handbuch zur Erforschung der eigenen Geschichte, Bonn 1989 – ein Schlüsselwerk für die Geschichtswerkstättenbewegung, Emanzipation von Laien-, Arbeits- und Randgruppenhistoriker*innen.

Influencer

von Julia Zarna

Während man früher in Freundschaftsbüchern unter der Rubrik Was ich später einmal werden will so etwas las wie Tierärztin, Profifußballer oder Rockstar, so liest man heute Begriffe wie Instagrammer, Youtuber oder Blogger.
Traumjob: Influencer ist das Stichwort, doch was heißt das eigentlich? Für das Nichtstun bezahlt werden? Mit einem Post leichtes Geld verdienen? Böse Zungen wurden zustimmen. Doch so einfach wie es auf den ersten Blick erscheint, ist es dann doch nicht. Und es gibt auch einiges zu beachten.
Der Influencer (zu dt.: „Beeinflusser“) ist der Meinungsmacher und Trendsetter der heutigen digitalisierten Welt. Es gehört zu seinen Aufgaben als Content Creator, Testimonial bzw. Werbegesicht ein Produkt direkt oder indirekt über seine Social-Media-Kanäle zu bewerben und dadurch eine gewisse Zielgruppe, in Form von Followern, zu erreichen. Er ist gut vernetzt und durch seine hohe Aktivität in den sozialen Medien auch in der analogen Welt bekannt. Der Beruf des Influencers hat ohne Zweifel seine Vorteile. Durch die verschiedenen Social-Media-Kanäle bietet er Abwechselung und eine Vielzahl an möglichen Plattformen. Ob nun ein Foto auf Instagram, ein Video auf YouTube oder der ganz eigene Blog, es gibt für jeden die passende Möglichkeit sich digital auszudrücken. Zu dem bietet er ein hohes Maß an Flexibilität und Selbstbestimmung.
Doch ein Post macht noch lange keinen Influencer. Wie wird man dazu? Eine anerkannte berufliche Ausbildung oder einen Studiengang gibt es nicht, und es ist auch keine Berufstätigkeit, die einen regulären Ausbildungsweg ersetzt. Gewisse Kenntnisse aus dem akademischen Bereich zum Thema Marketing, Medien- und Eventmanagement oder auch BWL Basiswissen können sowohl den Einstieg als auch die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit erleichtern. Auch bei der Themen- bzw. Nischenwahl können die persönliche Affinität und das erlernte Wissen z. B. über Kunst, Geschichte oder Literatur helfen eine vorläufige Richtung zu finden und den Aufbau eines Accounts mit bestimmter Zielgruppe erleichtern. Dieses Vorwissen ist hilfreich aber noch nicht ausreichend. Eigeninitiative lautet das Zauberwort. Man muss offen selbstbewusst, lernwillig und aktiv sein. Notwendige Kompetenzen wie richtiges Fotografieren, Programmieren und Texten müssen autodidaktisch erlernt werden. Die Suche nach Jobs bzw. Praktika innerhalb der Branche bieten Praxiserfahrung und können helfen die Abläufe näher kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Am wichtigsten ist jedoch seine Nische in der Welt der Social-Media zu finden und sein Projekt mit Leidenschaft auszuüben. Sei es nun eine Bilderreihe zum neusten Fashiontrend, ein Blogeintrag über erste Kochversuche oder die Videoanleitung zum Basteln von Angelhaken, was für eine Nische es auch ist, es ist letztendlich zweitrangig. Es ist nur wichtig, dass man mit Begeisterung, Engagement und Ausdauer dabei ist, denn der Job des Influencers ist vor allem arbeitsaufwendig und zeitintensiv. Ca. 47% der professionellen Influencer posten 1-3 mal täglich. Eine stetige, kontinuierliche, mediale Präsenz ist also notwendig.
Mittlerweile gibt es eine Influencer Marketing Akademie in Berlin, die Workshops für angehende Influencer und Unternehmen anbietet, die mit Influencern werben möchten. Bereits jetzt machen die Influencer ca. 7% des Marketingmixes aus, Tendenz steigend. Anfragen von potenziellen Auftraggebern bekommt man entweder aufgrund einer gewissen Followerbase oder in dem man selbst Kunden- und Auftragsakquise betreibt. Vorab sollte man sich über das Unternehmen und mögliche Kampagnen informieren, sowie konkrete Ideen zur Zusammenarbeit haben. Für ein optimales Auftreten empfehlen die Profis ein Mediakit, eine PFD-Datei oder Präsentation, die alle Vorzüge, Zahlen sowie die Angabe der Reichweite enthält. Inzwischen gibt es auch Agenturen, die Unternehmen mit dem passenden Influencer zusammenbringen. Ähnlich der traditionellen Medien wie Print und TV gibt es auch hier regionale Schwerpunkte. Die größten Agenturen wie Pulse Advertising, Incircles, Reachhero oder Lucky Shareman befinden sich in Hamburg und Berlin, aber auch in NRW gibt es große Agenturen wie Tubvertise (Köln), WelovethShare (Bonn) oder Earnesto (Düsseldorf).
Diese und andere Agenturen können eine Starthilfe sein und wichtige Kontakte zur Verfügung stellen. Eine gute Vernetzung garantiert den meisten Erfolg. Daher ist ständiges Networking on und offline ein Muss für alle Influencer, insbesondere für Selbstständige. Blog-Netzwerke oder Like-Gruppen sind informelle Organisationen, die sich gegenseitig pushen und unterstützen. Auch die jährliche Social Media Conference, die vom 18.-19.10.2018 in Hamburg stattfindet, bietet eine gute Plattform für Austausch und Kommunikation.
Doch hat man als Neuling überhaupt noch eine Chance in diesem übersättigten Markt? Die Branche hat ihre Anfangsphase überwunden und es gibt zahlreiche große Fische in einem Meer aus Influencern. Es ist wichtig, zu berücksichtigen, dass der Influencer ein Beruf ist, der sich über Monate bzw. Jahre entwickelt und aufbaut und kein regelmäßiges Einkommen garantiert. Allerdings hat man als beachtetes und geschätztes Mitglied der Community bereits ab 1000 Followern die Chance, als Testimonial interessant zu sein. Mirko- und Medi-Influencer (10 000-100 000 Follower) werden für Unternehmen und deren Kampagnen immer interessanter. Die Devise lautet: Wenige aber die richtigen Leute erreichen und so Verkäufe generieren.
Influencer vermitteln ihren Followern eine gewisse Nähe bzw. Nahbarkeit, wodurch auch eine gewisse Glaubwürdigkeit entsteht. Und diese Glaubwürdigkeit und Authentizität ist das höchste Gut eines Influencers.

Referenz:
https://morethandigital.info/influencer-marketing-erklaert/ (23.08.2018 16:53Uhr)
https://www.influencer-blog.com/neuer-beruf-influencer-boyfriend-530(23.08.2018 16:53Uhr)
https://meedia.de/2017/10/11/trend-beruf-influencer-mit-diesem-job-lassen-sich-ueber-100-000-euro-verdienen-pro-posting/(23.08.2018 16:54Uhr)
https://www.wuv.de/specials/influencer_marketing/who_s_who_die_groessten_player_im_influencer_marketing (23.08.2018 16:54Uhr)
https://influencermarketingacademy.de/ (23.08.2018 16:55Uhr)
https://www.wiwo.de/erfolg/trends/nicht-nackig-genug-der-schwere-weg-zum-social-media-star/19819542-all.html(23.08.2018 16:56Uhr)
Marie Luise Ritter: Follow me! Machen, was man liebt und Geld damit verdienen- so wirst man Influencer. 1. Aufl. München: Redline 2018.

Bildungsmanagement

Dies ist ein Auszug aus

CoverBd2 quer

Irgendwas mit Bildung, aber nicht Lehrer an einer staatlichen Schule – der Wunsch ist nicht so selten zu hören. Das Interesse für Bildungsberufe ist unter GeisteswissenschaftlerInnen ausgeprägt, und oft ist ein früher, studienbegleitender Einstieg möglich: Tutorentätigkeit, ein Job als NachhilfelehrerIn oder VHS-DozentIn, ehrenamtlicher Sprachunterricht in der Geflüchtetenhilfe. Und Bildung hat Konjunktur. Lebenslanges Lernen ist neben einer beruflichen Notwendigkeit auch zu einem Lifestyle geworden, der Bolognaprozess hält die Hochschulen auf Trab, Unternehmen investieren in die Ausbildung und Entwicklung ihres Personals, um wettbewerbsfähig zu bleiben oder Innovationen zu fördern, traditionelle Bildungsinstitutionen passen Lern- und Führungsmethoden an. Es gibt also genug zu tun, und das auch noch sowohl in Zentren als auch in Peripherie und sogar mit der Möglichkeit zu Teilzeitstellen.

Eine Herausforderung ist mitunter das Überschreiten der Schwelle vom intuitiven Unterrichten und Anleiten und einem humanistischen Bildungskonzept einerseits zur professionellen Planung, Steuerung und Bewertung von Lern- und Bildungsprozessen andererseits. Bildung (auch) als Ware zu verstehen, insbesondere dann, wenn wir bislang selbst in einem Bildungsprozess waren und nun in eine neue Rolle wechseln, trifft manchmal auf innere Widerstände. Die Bewertung eines Bildungsangebots hängt im Studienkontext möglicherweise noch von einem idealen Bildungskonzept und von Bildungsbegrifflichkeiten ab. In der beruflichen Praxis spielen das Verhältnis von Kosten und Nutzen, die Qualitätsstandards einer Branche oder einer Institution und rechtliche Rahmenbedingungen eine Rolle, und diese können zu Konflikten mit der eigenen Vorstellung von Bildung führen.

Aktuelle Ausschreibungen gelten Bildungreferenten und Bildungsmanagern. In der normativen Definition wird Ersteren eher die Konzeption, inhaltliche Planung und Organisation sowie das Durchführen von Veranstaltungen zugeschrieben – was meist mit einer höheren inhaltlichen Affinität und auch der Voraussetzung inhaltlicher und methodischer Fachkompetenzen aus dem geisteswissenschaftlichen Studium einhergeht. Bildungsmanager arbeiten aus dieser definitorischen Perspektive eher aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Organisations- und Personalentwicklung, Bildungsmarketing, Bildungscontrolling gehören in ihr Ressort. Überprüft man diese theoretische Einteilung an den Stellenausschreibungen, sieht man schnell, dass die Zuschreibung von Tätigkeiten zur Berufsbezeichnung variieren, ineinander übergehen und an den Strukturen der Institution oder des Unternehmens ausgerichtet sind. Analytisch ist es also wichtig, Lernprozessebenen und Zuständigkeiten des Bildungsmanagements zu kennen, in der Praxis sind sie hingegen nicht so trennscharf. Wichtiger scheinen mir eine hohe Methodenkompetenz und das Kennen von Maßnahmen und Instrumenten in Lern- und in Bildungsmanagementprozessen.

Die systematische Bildungsarbeit und die Gestaltung und Optimierung von Schulen wird Schulmanagement genannt. Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, Kontextbedingungen wie gesetzliche Rahmen, Ressourcen und Schulumfeld in spezifische Lern- und Entwicklungsprozesse zu übertragen. Dazu gehören konkret die Personalplanung, die Schulorganisation, das Qualitätsmanagement, die Gestaltung und Entwicklung von Unterricht und Lerneinheiten und das Sicherstellen von sinnvollen Arbeitsstrukturen. Auch Kooperationen, z.B. mit Eltern, Schulträgern und Schulaufsicht, gehören in diesen Aufgabenbereich. Häufig ist das Schulmanagement Aufgabe der Schulleitung. Hier sind in den letzten Jahren organisatorische Aufgaben für SchulleiterInnen hinzugekommen, die professionelle Tätigkeiten an Schu-

len erweitern.  Erfahrung sammeln können Sie oft bereits studienbegleitend, oft zunächst in eigener Lehrtätigkeit. Tutorentätigkeit, ein Job als NachhilfelehrerIn oder VHS-DozentIn, ehrenamtlicher Sprachunterricht in der Geflüchtetenhilfe; einzelne Unternehmen bieten sogar Werkstudententätigkeiten an – was für unsere Fächer sonst nicht so häufig zu finden ist. Wenn Sie nicht auf Lehramt oder Pädagogik studieren, ist es sinnvoll, ebenfalls studienbegleitend pädagogische oder didaktische Weiterbildungsangebote zu nutzen; das können Didaktikseminare sein, aber auch Weiterbildungsangebote des Zentrums für Schlüsselqualifikationen o.ä. mit Schwerpunkt Präsentieren, Evaluieren etc. Auch Nebenjobs oder Praktika bei Bildungsanbietern sind als erste Erfahrungen sinnvoll, und zwar nicht nur als DozentIn, sondern gerade in der Verwaltung und Organisation z.B. einer VHS oder eines anderen Bildungsanbieters.

 

Berufsbezeichnungen/Ausschreibungen

  • BildungsreferentIn
  • ReferentIn/MitarbeiterIn Personalentwicklung/Weiterbildung
  • SachbearbeiterIn berufliche Bildung
  • BildungsmanagerIn
  • Schulmanagement
  • (Junior)Consultant E-Learning
  • Study Coordinator

 

Tätigkeiten

Die Tätigkeiten können unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte haben, die dann möglicherweise mit Ihren Studieninhalten korrespondieren (z.B. Gender, Migration, soziale Benachteiligung, berufliche Bildung, Literacy, Interkulturalität, Begabtenförderung). Solche inhaltlichen Schwerpunkte werden in den Stellenausschreibungen häufig abgebildet und bewirken eine große Spannbreite. Darum sind hier die Gemeinsamkeiten gefasst, unten nur kurz differenziert für wesentliche Unterschiede nach Arbeitgebern.

 

Allgemein:

Planung, Organisation, Koordination, Dokumentation, Evaluation, Qualitätssicherung von Bildungsprogrammen und –prozessen, Information und Beratung, Lehrveranstaltungen, Lehrgänge, Coachings, Entwicklung neuer Lernformen und zugehöriger Medien (E-Learning, Social Learning, mobiles Lernen, Lernplattformen, Gamification), Auswahl von (externen) DozentInnen, Erstellung von Arbeitsmaterial, Koordinierung von Bildungsmaßnahmen einzelner Einrichtungen (z.B. Zweigstellen, Mitgliedsverbände, Abteilungen), Budgetplanung und -kontrolle, Bildungsmarketing

In Unternehmen z.B.: Qualifizierungsmaßnahmen bei betrieblichen Veränderungen konzipieren und organisieren, Talentmanagement, Erstellung individueller Weiterbildungspläne, eiterbildungs- und Entwicklungsbedarf ermitteln

Bei Instituten der beruflichen Bildung z.B. Betreuung von Prüfungsausschüssen, Planung, Betreuung und Abwicklung von Abschlussprüfungen.

In Behörden und Ministerien z.B. Mitwirkung bei der Erarbeitung und Überarbeitung von Rechtsvorschriften, Mitwirkung bei der Schulaufsicht und Fachaufsicht über die staatlichen Schulämter, Gremienarbeit.

Bei Wohlfahrtsverbänden z.B. Schulsozialarbeit, Jugendmigrationsarbeit.

 

Arbeitgeber

  • Stiftungen, NGOs, NPOs
  • Berufsverbände
  • Hochschulen
  • Aus- und Weiterbildungsbereiche, Personalabteilungen von Unternehmen/Konzerne
  • Kirchen, kirchennahe Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände
  • Volkshochschulen und Bildungseinrichtungen der Kirchen
  • Private Schulen (z.B. Sprachschulen, IT-Akademien, Nachhilfe, Fernlehrinstitute)
  • Bildungseinrichtungen von Parteien oder Organisationen
  • Industrie- und Handelskammern
  • Behörden und Ministerien

 

Studium & Weiterbildung

In den Ausschreibungen wird in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt, mitunter ohne fachliche Präzisierung. Ein Lehramt-Abschluss oder ein Studium der Pädagogik/Erziehungswissenschaft kann je nach Ausrichtung und organisatorischer Anbindung gewünscht sein, bei anderen Schwerpunkten ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Personal. Nach einem Fachbachelor besteht in vielen Bildungsmanagement-Masterstudiengängen die Möglichkeit zum Anschluss. Einige Master- oder MBA-Studiengänge sind berufsbegleitend strukturiert. Programme zum Bildungsmanagement werden von Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen auch in privater Trägerschaft angeboten, z.B. (Internationales/Betriebliches) Bildungsmanagement, Bildungswissenschaft

Einen Überblick zu Qualifizierungsmaßnahmen im Schulmanagement finden Sie auf dem Deutschen Bildungsserver unter www.bildungsserver.de/Schulmanagement-Qualifizierungsmassnahmen–962.html.

 

Netzwerke

  • Berufsverband der Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler e.V.
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • dvb Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e.V.
  • Internationale Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung IVBBB
  • Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V.

 

Jobbörsen/Ausschreibungen

 

Online-Ressourcen

www.bildungsserver.de

Institut für angewandtes Schulmanagement, Stuttgart: www.ifas-schulmanagement.de

Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug (Schweiz): www.bildungsmanagement.net

www.uni-erfurt.de/ese

 

Zeitschriften

didacta – Magazin für lebenslanges Lernen

DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung

Zeitschrift Schulmanagement

 

Literatur

Wolfgang Böttcher/Joachim Merchel: Einführung in das Bildungs- und Sozialmanagement, Stuttgart 2010

John Erpenbeck/Werner Sauter: Stoppt die Kompetenzkatastrophe. Wege in eine neue Bildungswelt, Heidelberg 2016

Peter Faulstich/Christine Zeuner: Bachelor/Master: Erwachsenenbildung, Weinheim 2010

Michael Gessler (Hg.): Handlungsfelder des Bildungsmanagements. Ein Handbuch, Münster 2009

Christiane Hof: Lebenslanges Lernen. Eine Einführung (Grundriss der Pädagogik 4), Stuttgart 2009

Sabine Seufert: Bildungsmanagement: Einführung für Studium und Praxis, Stuttgart 2013

Rudolf Tippelt/Aiga von Hippel (Hg.): Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Wiesbaden 52011

Jürgen Wittpoth: Einführung in die Erwachsenenbildung, Stuttgart 2013

 

Referenzen

http://berufenet.arbeitsagentur.de: Bildungsreferent

http://berufenet.arbeitsagentur.de: Bildungsmanager

Jobbörsen aktualisiert

Liebe Leute,

im August habe ich eine Liste mit ca. 140 Links zu Stellenbörsen, die entweder affin zur beruflichen Praxis oder affin zu den Studienfächern der Geistes- und Kulturwissenschaftler*innen sind, erstellt. Nun war es Zeit, die Liste zu überprüfen, zu aktualisieren und zu ergänzen. Ab heute gibt es die zweite Version. [Edit 28.10.2018: 3. aktualisierte Fassung].

Sie erhalten die Linkliste gegen eine Aufwandspauschale von 1,50€ per E-Mail zugesandt.

PDF-Datei Stellenbörsen für Kultur- und Geisteswissenschaftler, ca. 140 Links, 9 DinA4-Seiten, 0,5 MB

über Paypal:

Hier ist der Blogbeitrag samt Bestellmöglichkeit aus August 2017:

<< In Workshops kam wiederholt die Frage auf, wo angemessene Stellenausschreibungen für Berufsanfänger zu finden seien – in der ZEIT und FAZ nämlich nicht, und auch hsozkult ist hochspezialisiert. Es lohnt sich, bei den Fachverbänden zu schauen, und zwar in zwei Suchläufen:

  1. nach Zieltätigkeit und -branche,
  2. nach Studienfach und Fachverband.

Ich habe Ihnen eine Liste mit ca. 140 Links zu Fachverbänden, Branchenvertretungen und Institutionen zusammengestellt, die zu Ausschreibungen auf unterschiedlichen Qualifikationsstufen führen – eben auch zu freien Stellen für Werkstudentinnen, Praktikanten oder Berufseinsteiger. Dabei habe ich den Begriff „Geisteswissenschaften“ recht pragmatisch gefasst, und manch ein Purist würde vielleicht anmerken, es seien auch Sozialwissenschaften und andere vertreten. Die Auswahl entspricht meiner Erfahrung der Fachkombination von Workshopteilnehmerinnen. Einige große Fachgruppen haben zwar Fachverbände, aber die Fachverbände unterhalten keine Stellenbörse – etwa bei den Germanisten. Jobs für Literatur- und Sprachwissenschafter finden Sie daher nach Zieltätigkeit und Branche.

Hier finden Sie einen älteren Beitrag, der sich mit der Schlagwortsuche für unsere Fächer in den allgemeinen Internet-Jobbörsen befasst: Jobsuche im Internet

Sie erhalten die Linkliste gegen eine Aufwandspauschale von 1,50€ per E-Mail zugesandt.

PDF-Datei Stellenbörsen für Kultur- und Geisteswissenschaftler, ca. 140 Links, 9 DinA4-Seiten, 0,5 MB

über Paypal:

oder per Formular:

Jobguide OWL

Wusstet Ihr, dass mehr als 3000 Absolvent*innen pro Jahr an den Universitäten Paderborn und Bielefeld aus den Geistes- und Kulturwissenschaften hervorgehen? Falls Ihr nicht selbst als Geistes- oder Kulturwissenschaftler auf diese Seite gekommen seind: Das sind jene Disziplinen, deren Absolventen von Beginn an mit der Frage konfrontiert werden, was man denn damit machen könne (außer Lehrer werden).

In Ostwestfalen-Lippe haben wir darauf leider nicht sehr viele Antworten. Für einen Aufsatz in den Paderborner Historischen Mitteilungen (30/2017) wertete ich die Absolventenstudien der letzten Jahre aus. Dabei erschrak ich zugleich über das geringe Wissen, das wir über den beruflichen Verbleib unserer Absolvent*innen haben, als auch über die wenigen (und oft unmotivierten) Informationsmöglichkeiten, die hohe regionale Abwanderungsquote (mehr als 60%) und die geringe Berufszufriedenheit.

Nun können wir nicht Wunder wirken und Arbeitsplätze schaffen, die es bislang nicht gab. Aber wir können die Arbeitsmärkte für Absolvent*innen besser sichtbar machen, damit wir nicht in jedem Semester bei Null starten, wenn die Frage im Raum steht, wo denn ein Praktikum absolviert werden könnte oder wo Einstiegsmöglichkeiten bestehen. Und darum schreiben wir einen „Jobguide OWL“. „Wir“ – denn es gibt viele Menschen in OWL, die ihr Wissen beisteuern können und wollen. Den Anfang haben im Sommersemester 2017 10 Studentinnen aus Paderborn gemacht, die Datenblätter zu Unternehmen und Institutionen erstellten, in denen Geisteswissenschaftler*innen beschäftigt sind oder Ausschreibungen liefen sowie zu Unternehmen und Institutionen, die als Praktikumsgeber oder Netzwerkpartner zur Verfügung stehen. Die großen Namen sind sicher auch überregional bekannt: Bertelsmann oder das Erzbistum Paderborn. Da aber viele Absolventen schließlich bei Arbeitgebern landen, deren Namen sie im Studium nie gehört haben, wollen wir mit dem Jobguide helfen, Arbeitgeber und auch Branchen früher zu identifzieren, um sich besser vorbereiten zu können.

Und jetzt – seid Ihr gefragt. Bitte versorgt die studentische Redaktion des Jobguide und mich mit Informationen über Arbeit- oder Praktikumsgeber. Schildert uns Eure Laufbahn, wenn Ihr Alumni seid. Stellt den Kontakt zwischen uns und Ansprechpartnern in Unternehmen, in der Verwaltung oder in Hochschulen her, damit möglichst viele partizipieren und profitieren können. Beiträger erhalten die vollständige PDF kostenlos. Alle anderen werden den Jobguide OWL im Buchhandel kaufen können. Und hoffentlich bestellen auch die Bibliotheken ;-).

So entsteht zum Herbst 2018 ein Buch, bestehend aus

  • Adressen
  • Netzwerke
  • Arbeitsmarkt OWL – ein Überblick
  • Praktika als Teil der Berufseinstiegsstrategie
  • Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit als Option für Geisteswissenschaftler*innen in OWL
  • Übungen

Für Informationen und Input kontaktiert Mareike: mm @ mareikemenne.de.

Jobguide OWL