Über das Schreiben und die Brotgelehrten

Julia Zarna und Anna Lemke haben ein Gespräch mit Mareike Menne geführt und auf der Website des Eire Verlags erstveröffentlicht – dort sind die Brotgelehrte-Bücher erschienen. Und weil das Urheberrecht bei uns liegt und doch auch Einiges an brotgelehrter Erfahrung zur Sprache kommt, veröffentlichen wir das Gespräch hier ebenfalls.

EireVerlag: Liebe Mareike, Du bist als Autorin sehr vielseitig und hast schon Ratgeber (Berufe für Historiker, Brotgelehrte 1 und 2), Kinderbücher (KinderGeld) und wissenschaftliche Monographien (Diskurs und Dekor: Die China-Rezeption in Mitteleuropa, 1600-1800) geschrieben. Würdest Du es auch in Betracht ziehen, einmal einen Roman zu schreiben? Wenn ja: Welches Genre sagt Dir zu? Und wenn nein: Warum nicht?

Mareike Menne: Ich interessiere mich nicht sehr für Romane und lese sie nur selten, insofern habe ich wenig Genreerfahrung. Mir fehlen die Fantasie für komplexe fiktive Handlungen und die Geduld zum Aufbau und zur Beschreibung von Szenen, Eigenschaften, Räumen. Auch den Anspruch, ein Sprachkunstwerk zu schaffen, könnte ich nicht erfüllen. Meist finde ich Romanhandlungen und -figuren zudem nicht so innovativ wie das wahre Leben.

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Workshop Digital Employability

In den vergangenen Employability-Workshops kamen wiederholt die Fragen auf,

  1. welche Auswirkung die „Digitalisierung“ auf die Berufstätigkeit von Geisteswissenschaftler*innen hat und
  2. wie wir uns darauf vorbereiten können.

Die Antworten sind sowohl komplex als auch je nach Branchen, Berufen, Tätigkeitsschwerpunkten und dem individuellen „Digitalisierungsprofil“ sehr unterschiedlich.

Wir erleben „Digitalisierung“ schon seit einer Weile als Analog-Digital-Verwandlung unseres Arbeitsmaterials, z.B. als Scannen und Publizieren von Texten, (archäologischen) Objekten und Bildern. Lernprozesse werden digital unterstützt, angereichert, verändert und teils auch ersetzt. Gleiches gilt für fast alle Formen von Verwaltung, Dokumentation und Kommunikation im beruflichen Kontext.

Weiterhin entstanden neue Berufe, die Phänomene und Bedarfe von Digitalisierung zum Kern haben und die auch von Geisteswissenschaftler*innen ausgeübt werden: SEO/SEA-, Social Media Manager, technischer/online-Redakteur, Virtual Assistant, Customer Experience Manager/Designer, Konzepter Digitales Lernen …

Und schließlich gibt es strukturelle Veränderungen der Arbeit und Betriebsabläufe selbst: Workflows verändern sich, die Umsetzung von Learning Management Systemen oder Enterprise Management Systemen fordert Betriebe und Institutionen heraus,  Arbeit bekommt Metadaten, wird verschlagwortet, ontologisiert und getrackt.

Digitalisierung ist also sowohl hinsichtlich der Tätigkeiten im Beruf als auch hinsichtlich der Entstehung neuer Berufe und der Auswirkungen auf Arbeitsprozesse ein strategisches Schlüsselthema von Employability. Der von mir neu entwickelte eintägige Basisworkshop führt in dieses Thema ein:

  1. Definition: Was heißt Digitalisierung von Geisteswissenschaftler*innen?
  2. Kontextualisierung: Welche Rolle spielen digital humanities? Welche arbeitsmarktlichen Impulse erfahren die Geisteswissenschaften? Welche digitalen Anforderungen werden an Geisteswissenschaflter*innen in typischen Tätigkeitsfeldern gestellt?
  3. Pragmatik: Welches „digitale Profil“ bringen Sie mit? Wo, wie, wann können Geisteswissenschaftler*innen digitale Kompetenzen erwerben und in ihr professionelles Profil einbetten?

Wir starten den Pilot-Workshop am 9.7.2018, 9-16 Uhr, Paderborn, TN-Gebühr 75€, Anmeldung erforderlich unter anmeldung@mareikemenne.de . Noch sind Plätze frei – melden Sie sich gern an! Ich freue mich auf Sie.

https://brotgelehrte.blog/veranstaltungen/

 

Rezension „Berufliche Orientierung lehren“

Ich danke Claus Kröger (Uni Bielefeld), der in einer Sammelrezension u.a. meinen Band „Berufliche Orientierung im Fach Geschichte lehren“ (Schwalbach 2016) besprochen hat. Er hat Recht mit der Anregung, Absolventen geschichtswissenschaftlicher Fächer nicht unbedingt „Historiker*in“ zu nennen, nicht nur, weil dies nicht der Selbstbeschreibung entspricht, sondern auch, weil viele Absolvent*innen Zweit- oder Nebenfächer haben, die natürlich auch einen Anteil der professionellen Identität ausmachen. Und er hat Recht mit der Frage, ob die Bände der „Kleinen Reihe Hochschuldidaktik“ wirklich „Bücher sind“ – ja, sie sind zu schmal, zu klein im Layout, geben zu wenig Raum für Theorieverknüpfungen oder zum Weiterdenken.

In Brotgelehrte 2 habe ich ein paar Übungen und Tipps abgedruckt, die auch in die Hochschullehre integriert werden können. Im Wesentlichen zielen sie aber auf einen Selbstcoachingprozess, der über eine Pflichtveranstaltung mit wöchentlichen Sitzungen hinausgeht und die Berufsorientierung zum einem studienbegleitenden Projekt macht.

Workshop TU Dresden

Liebe Leute, es geht wieder nach Dresden: Am 13./14.11. workshoppe ich beim Career Service der TU in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, und es sind wohl noch 2 Plätze frei.

Die Workshops in Dresden waren immer denkwürdig, die Teilnehmer*innen wunderbar ideen- und geschichtenreich – von Werkstudenten der Meißener Manufaktur über das Grübeln, wie ein geisteswissenschaftliches Reinigungsunternehmen aufzuziehen sei oder welche Unternehmen sich wohl für Sprachkenntnisse in Serbisch interessieren, bis hin zu solider und seriöser Textarbeit im Bereich Erotik. Insofern lohnt es sich  auch hinsichtlich der Peer.

Zur Info und Anmeldung geht es hier entlang, bitte sehr: https://tu-dresden.de/karriere/berufseinstieg/termine/Berufsfelder_und_Beschaeftigungschancen

Brotgelehrte 2

Der zweite Band von Brotgelehrte ist im Druck, und ich freue mich sehr. Zum 6.11. sollte das Buch erhältlich sein,  ISBN 9783943380569, 14,90€.

Ich habe mich schwer damit getan, den Band zu schreiben; ein Gefühl von Redundanz machte sich breit und die Frage, ob Ihr die gleichen Informationen nicht ohnehin auch an anderer Stelle findet.

Darum habe ich zwei Punkte im Vergleich zu Band 1 verändert.

  1.  Vor den üblichen Steckbriefen zu einzelnen Berufen steht ein Kapitel zur Freiberuflichkeit von Absolventen. Dabei habe ich nicht aus der akademischen Distanz geschrieben, sondern mir ca. 450 Websites und Social-Media-Profile von KommilitonInnen angeschaut, um zu ergründen, was genau ihre Angebote sind und wo Bezüge zu den Studienfächern liegen; schließlich, welche sogenannten Schlüsselkompetenzuen und fachfremden Tätigkeiten hinzugekommen sind. Spoiler: Die Freiberufler sind insgesamt sowohl methodisch als auch inhaltlich überwiegend nah an ihren Studienfächern geblieben, und sie sind auch keine Generalisten.
  2. Im Anschluss an die üblichen Steckbriefe habe ich Vorschläge zur Übung, Reflexion und Informationssammlung gehängt, auf dass Ihr selbst weiterarbeiten könnt.

Hoffentlich gefällt es Euch und bringt Euch vorwärts.

Dies ist der Inhalt:

  • Einleitung.
  • Freiberufler. 15
  • Berufsprofile. 41
  1. Kulturtourismus. 43
  2. Diversity Management 53
  3. Gleichstellungsbeauftragte. 64
  4. Übersetzer und Dolmetscherin. 69
  5. Fremdsprachenlehrer. 78
  6. Bildungsmanagement 85
  7. Begabtenförderung. 94
  8. Stiftungen. 101
  9. Campaigner. 112
  10. Speaker. 119
  11. Sprecherin. 125
  12. Schauspieler. 131
  13. Regisseurin. 141
  14. Drehbuchautor. 147
  15. Sexautorin. 152
  16. Texter. 159
  17. Biografin. 164
  18. Familienforschung. 171
  • Reflexionen und Übungen  177

Dies ist das Cover:
Bd 2

Und hier könnt Ihr den Band bestellen: http://eire-verlag.de/programm/brotgelehrte/